Sommerekzem beim Pferd – sanfter Pflege-Ansatz aus der Praxis

Pferd auf einer Sommerweide am Bachlauf im weichen Morgenlicht

Wenn die warme Jahreszeit kommt, beginnt für viele Pferdebesitzer dasselbe Bangen: Scheuert mein Pferd sich dieses Jahr wieder Mähne und Schweif wund? Sommerekzem ist eines der frustrierendsten Hautthemen überhaupt – es kommt jedes Jahr wieder, es lässt sich nicht „wegmachen", und an manchen Tagen scheuert sich dein Pferd schneller wund, als du hinschauen kannst.

Ehrlich vorweg: Sommerekzem ist eine allergische Reaktion und nicht heilbar. Was du aber tun kannst, ist die Haut so zu unterstützen, dass sie die Saison besser übersteht – mit Pflege, die die Hautbarriere stärkt statt sie mit scharfen Mitteln weiter zu strapazieren. Genau darum geht es hier.

Aus der Tierheilpraxis Balance Cure – seit 2014 im laufenden Praxisbetrieb. Kein Konzern, kein Laborzeug: Wir sind Katrin & Christina.

Was Sommerekzem ist – und warum es so frustriert

Pferd scheuert seinen Mähnenkamm an einem Holzpfosten auf der Sommerweide

Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf den Speichel von Kriebelmücken und Gnitzen. Diese kleinen Insekten stechen vor allem in der Dämmerung – und bei empfindlichen Pferden löst schon ein einziger Stich heftigen Juckreiz aus. Das Pferd scheuert sich daraufhin an Mähnenkamm, Schweifrübe und Bauchnaht, bis die Haut wund, verdickt und schuppig wird.

Das Frustrierende daran: Es ist ein Teufelskreis. Der Juckreiz führt zum Scheuern, das Scheuern verletzt die Haut, die verletzte Haut juckt und entzündet sich noch mehr. Und weil es eine Allergie ist, kommt es jedes Jahr wieder – oft schlimmer als zuvor. Da hilft kein einmaliges Mittel, sondern nur ein geduldiges Begleiten über die ganze Saison.

Was die Haut wirklich braucht: Barriere statt Bekämpfung

Der wichtigste Gedankenwechsel beim Sommerekzem: Es geht nicht darum, die Haut mit möglichst scharfen Mitteln zu „bekämpfen". Im Gegenteil – aggressive, austrocknende Produkte machen die ohnehin geschädigte Hautbarriere noch durchlässiger. Und eine durchlässige Hautbarriere reagiert auf jeden neuen Reiz noch heftiger.

Was die wundgescheuerte Haut braucht, ist das Gegenteil: beruhigen, Feuchtigkeit zurückgeben, die Regeneration unterstützen. Eine intakte, geschmeidige Hautbarriere juckt weniger, reißt weniger leicht ein und erholt sich schneller. Sanfte Pflege ist hier kein „Weniger", sondern der eigentliche Hebel.

Ehrlich gesagt

Pflege ersetzt bei starkem Sommerekzem nicht die tierärztliche Behandlung. Wenn die Haut großflächig offen, stark entzündet oder infiziert ist, gehört das in fachkundige Hände. Sanfte Pflege unterstützt – sie ist die tägliche Basis, nicht das Allheilmittel.

Pflege-Routine in der akuten Phase

Hand trägt sanft eine natürliche Pflege-Lotion am Mähnenkamm eines Pferdes auf

Wenn dein Pferd sich gerade aktiv scheuert, hilft eine ruhige, immer gleiche Routine. Wichtig ist Sanftheit in jedem Schritt – jede unnötige Reizung verlängert den Teufelskreis.

  • Sanft reinigen. Die betroffenen Stellen mit lauwarmem Wasser vorsichtig säubern, lose Schuppen und Krusten ohne Reiben lösen. Keine scharfen, austrocknenden Waschmittel.
  • Beruhigen. Auf die gereizte, juckende Haut eine hautberuhigende Lotion dünn auftragen. Sie nimmt der Haut den akuten Juckreiz und unterbricht so das ständige Scheuern.
  • Regeneration unterstützen. Auf wundgescheuerte, aufgeriebene Stellen eine pflegende Lotion auftragen, die Feuchtigkeit zurückgibt und die Haut beim Abheilen begleitet.

Diese drei Schritte ein- bis zweimal täglich – konsequent über die akute Phase. Geduld zahlt sich hier mehr aus als jedes „Wundermittel". Welche Produkte wir dafür einsetzen, findest du weiter unten als Routine.

Was du im Stall ändern kannst

Pferd mit leichter Ekzemerdecke auf der Weide in der Dämmerung

Pflege wirkt am besten, wenn du gleichzeitig die Auslöser reduzierst. Beim Sommerekzem entscheidet das Management oft mehr als jedes einzelne Produkt:

  • Ekzemerdecke: Eine gut sitzende, atmungsaktive Ekzemerdecke ist der wirksamste mechanische Schutz vor den Stichen – gerade an Mähnenkamm, Bauch und Schweif.
  • Stichzeiten meiden: Kriebelmücken sind in der Dämmerung am aktivsten. In dieser Zeit das Pferd lieber in die Box oder einen windigen Unterstand – die kleinen Insekten meiden Luftzug.
  • Standort: Weiden direkt an stehenden Gewässern und feuchten Senken sind Mückenparadiese. Höher gelegene, luftige Koppeln sind deutlich ruhiger.
  • Fütterungsfenster: Füttere nicht in der Dämmerung im offenen Gelände, wenn die Mücken am dichtesten sind – so steht dein Pferd nicht ausgerechnet zur Stichzeit ungeschützt draußen.

Aufbauen über die Saison

Gesundes Pferd mit voller Mähne steht entspannt in einer sonnigen Sommerwiese

Sommerekzem ist kein Sprint, sondern ein Marathon über die warme Jahreszeit. Wer die Haut nicht nur in den akuten Schüben pflegt, sondern durchgehend geschmeidig und stabil hält, kommt meist mit weniger und milderen Schüben durch. Eine regelmäßige, sanfte Pflege der gefährdeten Stellen – auch wenn gerade Ruhe ist – hält die Hautbarriere widerstandsfähig.

Und genauso wichtig: dranbleiben über die ganze Saison, nicht erst wieder anfangen, wenn die Haut schon offen ist. Vorbeugende Pflege ist immer leichter als das Reparieren wundgescheuerter Stellen.

Die Pflege-Routine

Beruhigen & aufbauen

Unsere sanfte Basis für die wundgescheuerte Haut: erst den Juckreiz beruhigen, dann die Haut beim Abheilen begleiten. Für Pferde empfehlen wir jeweils die größere Größe.

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Yuki cares Grasmilben Lotion – hautberuhigende Lotion
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Verträglichkeitsgarantie: Verträgt dein Pferd ein Produkt nicht, melde dich innerhalb von 30 Tagen – wir finden eine Lösung. Wir versprechen keine Wunder, aber dass du mit gutem Gefühl ausprobieren kannst.

Katrin und Christina von Yuki cares auf einem Feldweg

Wir sind Katrin & Christina

Unsere Produkte sind nicht im Labor entstanden, sondern in der Tierheilpraxis Balance Cure – aus echten Patientenfällen heraus. Kein Konzern, sondern zwei Menschen, die wissen, wie zermürbend ein Dauer-Hautthema wie Sommerekzem für Pferd und Halter ist.

Häufige Fragen

Kann man Sommerekzem heilen?

Nein. Sommerekzem ist eine allergische Reaktion und bleibt ein Leben lang bestehen. Gut managen lässt es sich aber: mit Insektenschutz, gutem Stall-Management und sanfter Hautpflege, die die Barriere stärkt und den Juckreiz beruhigt.

Warum keine scharfen Mittel?

Aggressive, austrocknende Produkte schwächen die ohnehin geschädigte Hautbarriere zusätzlich. Eine durchlässige Barriere juckt stärker und reißt leichter ein. Sanfte, feuchtigkeitsspendende Pflege unterbricht diesen Kreislauf, statt ihn zu verstärken.

Was hilft akut gegen den Juckreiz?

Die betroffenen Stellen sanft mit lauwarmem Wasser reinigen und eine hautberuhigende Lotion dünn auftragen. Das nimmt den akuten Juckreiz und unterbricht das Scheuern – die Voraussetzung dafür, dass die Haut überhaupt abheilen kann.

Ab wann sollte der Tierarzt ran?

Wenn die Haut großflächig offen, stark entzündet oder infiziert ist. Sanfte Pflege ist die tägliche Basis, ersetzt bei einem schweren Schub aber nicht die fachkundige Behandlung.

Reicht Pflege allein?

Nein – Pflege wirkt am besten zusammen mit dem Reduzieren der Auslöser: Ekzemerdecke, Stichzeiten meiden, luftiger Standort. Erst die Kombination aus Schutz und Pflege bringt dein Pferd ruhiger durch die Saison.

Katrin Scholz, Tierheilpraktikerin · Tierheilpraxis Balance Cure

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