Haaren beim Hund: Fellwechsel verstehen und richtig unterstützen
Das „haarige" Thema kennt jeder Hundebesitzer. Zweimal im Jahr ist es besonders akut – und das ist nicht nur für dich eine Belastung, sondern auch für deinen Vierbeiner. Die gute Nachricht: Du kannst deine Fellnase gut unterstützen und dem extremen Haaren den Kampf ansagen.
Warum dein Hund haart
Fellwechsel
Im Frühjahr und Herbst passt sich das Haarkleid an die kommende Jahreszeit an. Dabei wird nicht das Deckhaar getauscht, sondern die Unterwolle – das Deckhaar wird ganzjährig erneuert. Deshalb verliert dein Hund das ganze Jahr über Fell, was du mit regelmäßigem Bürsten gut im Griff hältst. Je nach Felltyp und Rasse hat er viel, wenig oder gar keine Unterwolle.
Die Unterwolle schützt deine Fellnase vor Kälte und Hitze. Im Frühjahr und Herbst wird sie komplett erneuert – das erklärt den enormen Haaranfall in diesen Wochen. Für den Winter entsteht ein dichtes Unterfell, für den Sommer eine dünnere Unterwolle, die die Haut vor Sonne schützt und gegen Hitze isoliert.
Hitze
Auch mit dünnerer Sommer-Unterwolle kann deine Fellnase unter Hitze leiden. Ungewohnte Hitzeperioden bringen den Hund wieder deutlich zum Haaren. Ähnlich wirkt die Urlaubszeit: Dein Hund ist einen gemäßigten Sommer gewöhnt, sein Körper hat sich darauf eingestellt. Ein Umzug in ein trocken-heißes Klima oder ein Aufenthalt am Mittelmeer regt einen Fellverlust an – eine normale Reaktion.
Verliert dein Vierbeiner aber so viel Fell, dass der Schutz vor der Sonne ausdünnt, steigt die Gefahr von Sonnenbrand und Sonnenstich. Beobachte ihn genau und sorge bei ungewohnter Hitze für Schatten und Abkühlung.
Hormonelle Veränderungen
Veränderungen im Hormonhaushalt können den Fellwechselrhythmus durcheinanderbringen – mit vermehrtem Haaren oder einem verlängerten Fellwechsel (normalerweise vier bis acht Wochen). Solche Situationen treten etwa nach einer Kastration oder bei trächtigen Hündinnen auf. Auch ältere Hunde haben manchmal Probleme mit dem natürlichen Fellwechsel. Und unterschätze den Hormonschub zur Geschlechtsreife nicht – auch er kann zu Fellproblemen führen.
Stress
Auch wenn dein Hund nicht zu den sensiblen Exemplaren gehört, können Stressfaktoren sein Gemüt durcheinanderbringen. Das zeigt sich manchmal mit vermehrtem Haarausfall bis hin zu kahlen Stellen – besonders, wenn er zusätzlich extrem an Körper oder Beinen schleckt oder knabbert. Stress kann viele Ursachen haben:
- veränderte Alltagssituation (Trennung, neuer Lebenspartner, Verlust einer Bezugsperson)
- veränderte Umgebung (Umzug)
- Veränderung im tierischen Rudel (ein Tier kommt dazu oder geht)
Manchmal stecken ganz banale Gründe dahinter: Langeweile, Unterforderung oder Alleinsein. Stress als Auslöser sollte man nicht unterschätzen – hier hilft, die Ursache zu finden und für mehr Ruhe und Auslastung zu sorgen.
Medizinische Gründe
In diesem Bereich findest du häufig die Ursache für extremes Haaren und kahle Stellen – oft kommen weitere Symptome dazu. Verändert sich der Körpergeruch deines Hundes und du empfindest ihn als unangenehm, könnte es am Futter liegen. Auch schuppige Haut und vermehrter Juckreiz weisen auf das falsche Futter hin. Mögliche Auslöser:
- minderwertiges Futter
- Allergie auf Inhaltsstoffe
- krasser Futterwechsel ohne langsame Umgewöhnung
- empfindlicher Magen-Darm-Bereich (Unverträglichkeit)
Ein Ungezieferbefall kann ebenfalls Fellprobleme auslösen – mit Juckreiz und schuppiger, trockener Haut. Dein Hund reagiert mit Kratzen, Knabbern und Schlecken, wodurch zusätzlich Entzündungen entstehen können, die alles verschlimmern. Hier hilft eine beruhigende, pflegende Lotion für die gereizte Haut.
Skin-Repair Lotion
Pflegt gereizte, beanspruchte Haut bei Juckreiz und kleinen Entzündungen und unterstützt die Regeneration. Für Hunde, Welpen & Pferde.
Die Übeltäter können sein: Milben (Grasmilben, Haarmilben), Flöhe, Haarlinge, Zecken oder Wurmbefall. Andererseits kann auch ein aktiver Schutz gegen Ungeziefer bei empfindlicher Haut eine Reaktion auslösen – ein punktueller Haarausfall mit nackten, juckenden Stellen kann darauf hinweisen. Ein natürliches, sanftes Schutzkonzept fürs Fell findest du im Kokosspray Spazierschutz.
In dieses Bild passen auch Hautpilze, Autoimmunerkrankungen und – oft vergessen – eine Leishmaniose. Bei kahlen Stellen, anhaltendem Juckreiz oder verändertem Hautbild gehört dein Hund untersucht. Der Tierarzt findet den Auslöser, die Pflege unterstützt dann den Heilungsprozess.
Bist du dir sicher, dass das Futter der Auslöser ist, kehre zum vorherigen Futter zurück. Die Auswirkungen verschwinden nicht sofort – der Körper braucht Zeit zur Umstellung. Bessert sich Haut und Fell nach einiger Zeit nicht, sind ein Tierarztbesuch oder ein Termin beim Tierernährungsberater sinnvoll.
Was kannst du tun, wenn es extrem wird?
Fütterung
Verwende in jedem Alter hochwertiges Hundefutter mit aufeinander abgestimmten Inhaltsstoffen – so vermeidest du Mangelerscheinungen, die sich auf Fell und Haut auswirken. Das richtige Futter ist immer das, was deinem Hund schmeckt, gesund ist und zu Alter und Aktivität passt. Ob Trocken-, Nassfutter oder Barf, bleibt dir überlassen; beim Barfen liegt die richtige Nährstoff-Zusammenstellung in deiner Hand. Bist du unsicher, hilft dir ein Ernährungsberater weiter.
Futterzusätze
Die Zeiten des Haarwechsels sind anstrengend für den Körper – unterstütze ihn. Je nach Rasse und Haartyp dauert der Wechsel der Unterwolle vier bis acht Wochen. Eine ausgewogene Ernährung erreicht schon viel, gezielte Zusätze können die „haarige" Zeit verkürzen. Hilfreich sind Vitamin B, Vitamin C und ungesättigte Fettsäuren.
Vitamin B
Vitamin B steckt in Bierhefe. Eine Bierhefekur sorgt für glänzendes Deckhaar und erleichtert den Wechsel der Unterwolle; zu starkes Haaren lässt sich damit einschränken. Ein Haken: Bei Allergikern oder Epileptikern darf Bierhefe nicht verwendet werden. Halte am besten kurz Rücksprache mit dem Tierarzt.
Vitamin C
Normalerweise produziert der Hundekörper Vitamin C selbst. Gelegentlich kannst du nachhelfen, denn Vitamin C stärkt das Immunsystem. Geschwächte oder ältere Hunde freuen sich über Unterstützung in der anstrengenden Fellwechselzeit, in der sie anfälliger für andere Erkrankungen (z. B. Hautpilz) sind. Hagebutten liefern Vitamin C – etwas Hagebuttenschalenpulver über das Futter gestreut gibt deinem Hund den nötigen Schub.
Ungesättigte Fettsäuren
Ungesättigte Fettsäuren stecken in vielen Ölen – aber nur wenige sind für den Hund wirklich nützlich, da er einige selbst bildet. Am besten eignet sich ein hochwertiges 3-6-9-Öl, eine Mischung, die optimal auf Hund und Katze abgestimmt ist und vornehmlich aus Fischöl und Borretschöl (als Vitamin-E-Lieferant) besteht. Weitere geeignete Öle, gerade für Allergiker, sind in dieser Reihenfolge Krillöl, Algenöl, Leinöl und Hanföl.
Für uns wertvolle Öle wie Distel- oder Olivenöl sind für den Hund nahezu wertlos, weil er andere essentielle Fettsäuren braucht als wir. Auch Schwarzkümmelöl gleicht keine Fettsäuren aus, sondern wird therapeutisch bei Atemwegsthemen eingesetzt und sollte sparsam dosiert werden, da es die Leber belastet. Eine Faustregel sind 1 Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht – starte mit weniger und steigere bei guter Verträglichkeit langsam. Je nach Fütterung kannst du bis zu 1 ml 3-6-9-Öl pro 100 g Futter geben. Diese Öle sorgen für glänzendes Haar, helfen beim Fellverlust und stützen das Immunsystem. Für Pferde sind übrigens Leinöl und Hanföl besonders wertvoll.
Biotin
Nicht nur Bierhefe, auch Eigelb enthält Biotin – und ein rohes Eigelb trifft oft eher den Geschmack deines Hundes. Die Faustregel: ein Eigelb pro 10 kg Körpergewicht und Woche. Das Eigelb tut Fell und Haut gut. Du kannst den Eidotter grundsätzlich ins Futter geben und besonders im Frühjahr und Herbst einsetzen.
Die richtige Fellpflege
Egal welche Fellart dein Hund hat: Während des Fellwechsels sollte das Bürsten täglich passieren. Diese 10 bis 20 Minuten am Tag haben zwei Effekte – du entfernst die abgestorbene Unterwolle und reduzierst die herumfliegenden „Wollmäuse" in der Wohnung deutlich. Für jedes Haarkleid gibt es die passende Bürste oder den passenden Kamm. So beugst du außerdem Verfilzungen vor und entfernst Ungeziefer und Anhaftungen von Sträuchern und Gräsern.
Ein mildes Hundeshampoo oder eine Hundeseife entfernt den Schmutz – gerade bei nassem Wetter im Fellwechsel. Das Fell wird sauberer und weicher, das Bürsten geht leichter, und die Massage beim Baden löst zusätzlich abgestorbenes Fell. Damit die Haut durch das häufigere Waschen nicht austrocknet, ist anschließend eine pflegende Routine sinnvoll. Für glänzendes Fell und leichteres Kämmen sorgt das Fellengel Glanzspray, zum sanften Waschen die Dreckspatz Seife.
Fellpflege Set
Reinigen, bürsten, glänzen – in einem: Fellengel Glanzspray, Dreckspatz Reinigungsspray und Dreckspatz Seife. Duftstofffrei und sanft, ideal für die Fellwechselzeit.
Gerade bei Fellproblemen aus psychischen Gründen sind diese Pflegeeinheiten Gold wert: Dein Hund genießt die Zeit mit dir, legt sich auf die Seite und streckt dir die Beine entgegen. Du erreichst dabei gleich mehreres – du entfernst abgestorbene Haare, vertiefst die Bindung und sorgst für Entspannung und Wohlbefinden.
Ist der Fellwechsel vorbei, schraube die Pflege wieder zurück. Betreibst du die intensive Pflege das ganze Jahr, kann „Überpflege" ein neues Fellproblem provozieren: Die Haut wird empfindlicher, die Unterwolle dünnt aus, der Wetterschutz lässt nach. Ein gestörtes Hautmikrobiom kann sogar zu fettigem Fell oder Hautinfektionen führen.
Diese Hunderassen haaren stark
Langhaarrassen verlieren in der Regel mehr Haare, und der Pflegeaufwand ist größer – ganz verlassen kannst du dich auf diese Faustregel aber nicht. Ein Auszug von Rassen mit starkem Haarverlust:
- Neufundländer
- Berner Sennenhund
- Bernhardiner
- Deutscher Schäferhund
- Sibirischer Husky
- Golden Retriever
- Labrador Retriever
- Mops
- Beagle
Diese Hunderassen verlieren weniger Fell
Generell verlieren Hunde mit kurzem Haar weniger. Favoriten sind Exemplare mit lockigem und welligem Haar – die müssen aber regelmäßig geschoren werden. Ein Auszug von Rassen mit wenig Haarverlust:
- Nackthunde
- Pudel
- Schnauzer
- Malteser
- Chihuahua
- Havaneser
- Wasserhunde (portugiesischer, französischer)
- Foxterrier (Drahthaar)
- Shar-Pei
Verträglichkeitsgarantie: Verträgt dein Tier ein Produkt nicht, melde dich innerhalb von 30 Tagen – wir finden eine Lösung. Wir versprechen keine Wunder, aber dass du mit gutem Gefühl ausprobieren kannst.
Wir sind Katrin & Christina
Unsere Produkte sind nicht im Labor entstanden, sondern in der Tierheilpraxis Balance Cure – aus echten Patientenfällen heraus. Kein Konzern, sondern zwei Menschen mit Vor- und Nachnamen und einer Telefonnummer.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich mein Hund bürsten?
Bei langem Fell 2–3× pro Woche, bei starkem Haarausfall täglich. Regelmäßiges Bürsten entfernt tote Haare, verteilt die Hautöle und verhindert Verfilzungen – den Rhythmus an die Jahreszeit anpassen.
Warum haart mein Hund das ganze Jahr so stark?
Der normale Fellwechsel findet meist zum Jahreszeitenwechsel statt. Verliert dein Hund ganzjährig sehr stark Fell, können Krankheiten, Allergien, Nährstoffmängel oder Futterunverträglichkeiten dahinterstecken – das gehört abgeklärt.
Hilft Fellpflege gegen Hautprobleme?
Ja. Regelmäßiges Bürsten fördert die Durchblutung, entfernt Reizstoffe und belüftet die Haut. Außerdem erkennst du so einen Parasitenbefall rechtzeitig.
Kann man zu viel pflegen?
Ja. Intensive Pflege gehört in die Fellwechselzeit. Ganzjährig betrieben kann „Überpflege" die Haut empfindlicher machen, die Unterwolle ausdünnen und das Hautmikrobiom stören. Nach dem Fellwechsel also wieder zurückschrauben.
Katrin Scholz, Tierheilpraktikerin · Tierheilpraxis Balance Cure